Warteschlangen-Chaos: Jetzt spricht Kölns Flughafen-Chef

Köln | Das war Chaos pur. Großer Frust unter den Passagieren am Köln-Bonner Flughafen Anfang der Woche. Es kam zu krassen Verzögerungen und Wartezeiten im Securitycheck-Bereich. Nun, am Mittwochmittag, bezog Thilo Schmid Stellung. Wie ich als Reporter bestätigen kann, hat sich die Lage inzwischen entspannt. Der Check dauerte ca 18 Minuten.

Thilo Schmid reagiert auf Kritik

Der Flughafen-Chef via LinkedIn: "Montag, 22 Uhr: Der Anruf, den ich mir als Flughafenchef am wenigsten wünsche Am Montag um 22 Uhr klingelte mein Telefon: Meldung aus der Operation, dass sich zu Beginn der Nachtschicht plötzlich und unerwartet 24(!) Mitarbeitende unseres Sicherheitsdienstleisters für die Passagierkontrollen krankgemeldet haben. Das bedeutete für weite Teile der Nacht: Nur 2 von 5 von uns als Flughafen bestellten Kontrollspuren standen zur Verfügung – ein nicht vorhersehbarer Personalausfall in einer Dimension, die wir in unseren Passagierprozessen seit Jahren oder vielleicht sogar noch nie erlebt haben, außer vielleicht im Streikfall. Zum Hintergrund: Wir planen die für unseren 24h-Betrieb benötigten Kontrollspuren sehr detailliert im Tagesverlauf auf Basis des Flugplans und der erwarteten Passagiere. Als Ergebnis gibt es eine Jahresplanung (in Q4 eines Jahres für das Folgejahr) und eine Monatsplanung, die am 20. eines Monats für den Folgemonat übermittelt wird. Unser Dienstleister Securitas kann auf dieser Basis seine Schichtplanung und das dafür benötigte Personal planen.

Und weiter: "Da es Reserven gibt z. B. auch für Krankheitsfälle, können kurzfristige Ausfälle normalerweise kompensiert werden. Fällt jedoch mehr als die Hälfte der geplanten Personalkapazität so kurzfristig aus, ist ein reibungsloser Betrieb schlicht nicht zu leisten. In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es trotz sofort einberufenem Krisenstab und Mobilisierung aller möglichen Reserven zu längeren Wartezeiten, langen Schlangen und Flugverspätungen. Wir haben versucht, so gut es ging, die vielen Passagiere zu unterstützen – mit Informationen, Wasser und zusätzlicher Steuerung vor Ort. Die Auswirkungen waren aber bis zum frühen Morgen noch spürbar. Die Ereignisse und Betriebsstörungen bedauere ich sehr – gerade weil die neue CT-Anlage seit Beginn der Sommerferien technisch hervorragend läuft, es kaum Wartezeiten gab und es unser Anspruch ist, dass alle Passagiere die Kontrollen sicher, zügig und komfortabel durchlaufen können. Ich bitte daher alle Reisenden, die entstandenen Unannehmlichkeiten zu entschuldigen."

Mir ist bewusst, was solche Ereignisse für jeden einzelnen Passagier bedeuten und genau deshalb setzen wir alles in unserer Macht Stehende daran, dass sich solche Ereignisse nicht wiederholen. Wir stehen dazu im direkten Austausch mit Securitas und haben gemeinsam verbindliche Maßnahmen vereinbart. Als Flughafen haben wir mit allen beteiligten Partnern ein gemeinsames Interesse an sicheren und leistungsfähigen Kontrollen. Dazu gehört für mich auch, die Chancen neuer Technik konsequent zu nutzen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Prozesse im täglichen Betrieb verlässlich zur Verfügung stehen. Wir sollten diesen Wandel gemeinsam gestalten, statt Technik und Beschäftigung gegeneinander auszuspielen.

Jetzt kommt es darauf an, dass alle Beteiligten Verantwortung übernehmen – nur so schaffen wir gemeinsam die Prozessstabilität und Zuverlässigkeit, die CGN braucht."