Umland: Denkmal für getöteten Yosef (†14) am Tatort?

Dormagen | Es sind nun sechseinhalb Monate nach dem Ungeheuerlichen vergangen. Ende Januar war der 14-jährige Realschüler Yosef von einem Minderjährigen Mitschüler an einem Waldsee bei Dormagen getötet worden. Die schreckliche Tat löste bundesweite Diskussionen über die Schuldfähigkeit und Altersgrenzen von Straftätern aus und versetzte das fast 70 000 Einwohner starke Dormagen geradezu in ein "Trauma". Eine Welle der Solidarität brandete zunächst auf, inklusive Lichterkette und Beratungsabenden mit Psychologen. Nun ist zwar eine gewisse Zeit vergangen, doch bei den Angehörigen des getöteten Jungen heilen die tief geschlagenen Wunden nur schwer. Sie finden: Die Tat soll nicht in der Versenkung verschwinden und im Alltag nach Monaten untergehen. Eine befreundete Bekannte erklärt, die Familie - derzeit bis Ende des Monats noch in Äthiopien - bekomme "nach wie vor Unterstützung von ALLEN nur möglichen Seiten". Das Grab werde gewässert und die Blumen gewechselt, man sei in stetigem Austausch, auch mit Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD), der sich von Anfang an bewundernswert herzlich und tatkräftig um die Angehörigen in ihrer Trauerbewältigung bemüht habe und bei ihnen regelmäßig persönlich vorbeischaute. Um das Gedenken an Yosef auch optisch und plastisch aufrecht zu erhalten, gibt es nun einen neuen Vorstoß. Nach Informationen von Koeln0221 hat sich ein Dormagener Unternehmen bereiterklärt, ein Denkmal zu stiften, das an jener Stelle errichtet werden solle, wo der begeisterte Fußball-Torwart getötet wurde. Offiziell beschlossen ist das indes noch nicht, auch Details zum Design gibt es noch nicht. Natürlich ist ein Mahnmal an dem Waldsee auch mit Bedenken wegen potenzieller Schädigungen, die die Idee des Ganzen ad absurdum führen könnten, verbunden. Dennoch ist allein die Überlegung dafür, den Ort der schrecklichen Tat nicht sich selbst zu überlassen, ein Zeichen gegen das Vergessen.