Traditionskorps-Debatte: Kölner Oberjeck spricht Machtwort!
Köln | Nun spricht der neue kölsche Ober-Jeck! In die Debatte um die für die Traditionskorps künftig verkürzten Auftritte in der Lachenden Kölnarena hat sich nun auch Lutz Schade eingeschaltet. Und der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval positioniert sich klar - mit einem Statement für das Brauchtum. „Die Lachende Kölnarena zeigt die große Bandbreite des Kölner Bühnenkarnevals: Neben bekannten Bands, Tanzgruppen und Rednern gehören auch Gruppen aus dem Veedelskarneval, Traditionskorps und das Dreigestirn dazu. Gerade diese Mischung gehört für mich zum besonderen Charakter der Lachenden Kölnarena“, so Schade auf unsere Nachfrage. Und weiter: „Wie sich das Programm im Einzelnen weiterentwickelt, ist Gegenstand der Gespräche, die im Hintergrund bereits geführt werden. Für das Festkomitee ist dabei wichtig, dass die ganze Bandbreite des Kölner Karnevals auch künftig angemessen abgebildet wird. Die Möglichkeit, diese Vielfalt einem so großen Publikum zu präsentieren, ist eine große Chance“. Apropos Vielfalt. Redner-Größe Jörg Runge hatte mit seiner Vision eines eigenen Redner-Events ebenfalls für ein großes Echo gesorgt, sagt nun zu Koeln0221: "Ich hab ganz viele Rückmeldungen bekommen, dass Leute sagen: Ja, genau das! Wie wie kann es denn eigentlich sein, dass wir immer nur mehr diesem Party-Karneval hinterhercheln und Redner, Tanzgruppen, alles, was dieses Brauchtum ausmacht irgendwie nicht mehr so geschätzt wird? Ich sehe das ja ein bisschen differenzierter." Und zwar wie? Dä Tuppes vum Land: "Wenn ich eine eigene Pommesbude habe und draußen an den Stand schreibe "Currywurst / Pommes". Dann ist natürlich klar, dass Leute zu mir kommen, die genau das haben wollen. Und wenn ich die Currywurst-Pommes besonders gut und mit hoher Qualität anbiete, dann habe ich eine lange Schlange vor meiner Pommesbude. Daraus aber abzuleiten, dass alle Welt nur noch Currywurst-Pommes essen wollte, niemand mehr Döner oder Salat oder vegan - das halte ich für Quatsch, aber genau das passiert im Karneval." Runge weiter: "Wir schreiben immer mehr Bands auf Plakate und behaupten, die Leute wollen nur noch Party haben. Ja, das ist genau wie bei der Pommesbude. Wenn ich das anbiete, dann kommen natürlich genau die Leute, die das haben wollen. Und Currywurst-Pommes geht genauso immer und jederzeit wie Kölsche Musik. Da nehme ich mich selbst ja gar nicht von aus. Mich haben so viele Zuschriften erreicht und ich kann die gar nicht alle beantworten. Das ist unfassbar." Agentur-Chef Horst Müller vertraut Schade und Co., sagt uns: „Ich beobachte mit großem Interesse und auch mit Nachdenklichkeit, wie sich die Dinge in vielfältigen Themen entwickeln. Bin aber auch der Meinung, dass das Festkomitee Kölner Karneval gerade jetzt die richtigen Ansprechpartner sind, um gute Gespräche auf Augenhöhe mit den Veranstaltern der Lachenden Arena zu führen. Ich vertraue da in jeder Form Lutz Schade und dem Team vom Festkomitee, die halt eben auch eine Schutzfunktion für das Brauchtum, für das Ehrenamt und gerade auch für unsere Korps vertreten. Die Korpsgesellschaften sind neben den Tanzgruppen immer wieder der Ursprung der Jugend im Karneval, um die jungen Menschen für den Karneval zu begeistern. Dazu gehört auch sicherlich ein Auftritt in der Lachenden Arena. Aber ich glaube, wir sind mit dem Festkomitee sehr, sehr gut am Start und die handelnden Personen werden sicherlich diskrete und gute Gespräche mit den Verantwortlichen der Lachenden Arena führen.“