Thriller! Kölner Haie kämpfen sich zum ersten Saisonsieg

Köln | 2:47 Minuten waren in der Verlängerung gespielt, als in der Lanxess-Arena laut das Nebelhorn ertönte. Das passiert immer, wenn die Kölner Haie ein Tor erzielen. Valtteri Kemiläinen hatte sich ein Herz genommen und den Puck in den in den Winkel des Frankfurter Tores gehämmert. Auf den Rängen jubelten die Fans, auf dem Eis strahlten die Akteure vor Erleichterung. Nach dem 4:8-Fehlstart am Freitag gegen die Grizzlys Wolfsburg holte sich der KEC durch einen schwer erkämpften 4:3-Erfolg nach Verlängerung gegen die Löwen Frankfurt den ersten Sieg und können erst einmal durchatmen. Den absoluten Fehlstart hat der Meisterkandidat unter dem neuen Trainer Thomas Berglund somit vermieden.

„Das Spiel gegen Wolfsburg ist natürlich nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“, gestand Stürmer Maximilian Kammerer. „Wir waren viel zu offen und haben es den Grizzlys zu einfach gemacht, Chancen zu kreieren. Bei acht Gegentoren ist dann schwer, ein Spiel zu gewinnen. Wir werden daraus lernen und es hoffentlich direkt besser machen.“ Und seine Mannschaft zeigte, dass sie anders aus der Kabine kamen. Bereits nach 67 Sekunden klingelte es im Frankfurter Kasten. Tim Fleischer, der für Frederik Storm in den Kader rückte, passte zurück auf Brady Austin. Der Verteidiger zog direkt ab, Markus Ljungh fälschte unhaltbar zum 1:0 für die Haie ab. Für die Löwen, die am Freitag beim 5:0-Auswärtserfolg bei den Schwenninger Wild Wings ein erstes Statement setzten, war es der ersten Gegentreffer der neuen Saison. Die Gäste konnten sich in der Anfangsphase glücklich schätzen, dass Ryan MacInnis und Louis-Marc Aubry nicht das zweite Tor nachlegten. Kurz vor dem Ende des Drittels münzten die Haie ihre Dominanz in ein zweites Tor um. Daniel Fischbuch vollendete nach einem tollen Konter mit Kammerer auf 2:0 und sorgten für beste Stimmung auf den Rängen, da zuvor die Frankfurter Austin Wagner und Noah Dunham an KEC-Keeper Janne Juvonen scheiterten. Im Mittelabschnitt zeigten die Löwen ihre Krallen und setzten den KEC unter Druck. Der Lohn für die Hessen war der Anschluss durch Eric Uba, der eine Unachtsamkeit in der Kölner Defensive zum 1:2 nutzte. Doch die Freude und die Hoffnung der Gäste währte lediglich 19 Sekunden. Fleischer eroberte im gegnerischen Drittel den Puck, über Kevin Niedenz kam die Scheibe auf Ljungh, der freistehend ins leere Tor schießen konnte. „Wir führen verdient, wir müssen gut auf die Konter der Frankfurter aufpassen. Wir spielen einfacher und halten uns mehr an unser System, nachdem wir am Freitag zu viel wollten“, analysierte Verteidiger Jan-Luca Sennhenn nach 40 Minuten. Doch es blieb auch im letzten Drittel spannend, da die Löwen im Powerplay erneut verkürzen konnten. Anthony Romano überraschte Juvonen, der den Puck auf dem Weg in die andere Richtung wähnte. Romano schaltete schnell und erzielte das 2:3. Aber es kam noch schlimmer für die Hausherren. 11,9 Sekunden vor der Sirene markierte Uba aus der Drehung sogar den Ausgleich und schickte die Partie in die Verlängerung. Doch am Schluss durften die Haie dank Valtteri Kemiläinen doch den ersten Sieg und die ersten beiden Punkte der Saison bejubeln. „Wir hatten sehr gute Ansätze, aber immer noch zu viele Fehler in unserem Spiel“, sagte Fleischer bei seinem Debüt im Kölner Dress. „Wir müssen über 60 Minuten unsere Taktik durchziehen, da haben wir noch Verbesserungspotenzial.“