Prost, Eigelstein! Anwohner klagt: Verwahrlosung immer schlimmer
Köln | Es ist ein trauriger und gleichfalls brutaler Anblick. Teufel Alkohol! Zwei Männer im offensichtlichen Delirium. Vor dem Eingang eines Discounters am Kölner Eigelstein. Am helllichten Tage, mittags. Wie die Käfer liegt das Duo regungslos auf dem Asphalt, während Passanten sich den Weg in den Markt bahnen. Zu nichts mehr fähig, nicht ansprechbar,. Es ist traurigerweise kein Einzelfall. Denn: Zunehmend melden sich User bei unserem Portal und senden entsetzt derartige Bilder, die eine Agonie-ähnliche Entwicklung bestätigen, die Ex-OB Henriette Renker bereits vor eineinhalb Jahren beschrieb, als sie von einer "zunehmenden Verwahrlosung" der Stadt in einem Interview sprach. Leider scheint das Ende der Fahnenstange indes noch nicht erreicht. "Die liegen da jeden Tag", sagt uns ein konsternierter Anwohner, der das heftige Foto der beiden Betrunkenen zur Veröffentlichung schickte, "das war um die Mittagszeit. Es ist schwer zu ertragen.". In den letzten Wochen hatten wir bereits über gleich anmutende Zustände, etwa am Theo-Burauen-Platz in der Altstadt oder auch am Friesenplatz sowie auf der Breite Straße berichtet. Oberbürgermeister und Reker-Nachfolger Torsten Burmester (SPD) will daran etwas ändern. „Die Beschwerden zur offenen Drogenszene haben zuletzt deutlich zugenommen", hatte er bei einem viel beachteten Rundgang am Friesenplatz mit Ordnungskräften in den sozialen Medien Ende Mai erst schonungslos beschrieben, "„Wir haben seit Neuem eine Beschwerdelage, eine große Beschwerdelage am Friesenplatz und hier auf dem Ring unmittelbar neben dem Friesenplatz und deswegen bin ich mit dem kommunalen Ordnungsdienst und mit der AWB unterwegs, um konkrete Verbesserungen zu besprechen, weil die Situation hier nicht okay ist für die Anwohnerinnen und Anwohner und für die Geschäftspartner". Andreas Bohl (CDU) zur aktuellen Situation: "Diese Szenen gehören leider mittlerweile zum Alltag in Köln. Das eigentliche Alarmsignal ist nicht allein die wachsende Zahl der Betroffenen, sondern eine Stadtgesellschaft, die anfängt sich daran zu gewöhnen. Da die Lage so schlimm ist wie seit Jahren nicht mehr, kann die Stadtverwaltung die Anwohner in der Innenstadt nicht zwölf weitere Monate auf ein Gebäude vertrösten." Der stellvertretende Kreisvorsitzende weiter: "Das geplante Suchthilfezentrum kann Teil einer zukünftigen Lösung sein. Es ist aber keine Antwort auf die akute Situation am Neumarkt, am Appellhofplatz, am Friesenplatz und in den angrenzenden Quartieren. Wir brauchen jetzt ein Sofortprogramm mit Zuständigkeiten, Finanzierung, Zeitplan und überprüfbaren Zielen. Weitere Gesprächsrunden ohne operative Konsequenzen reichen nicht."