Neuer Wirbel um die Lutherkirche
Köln | "Warum war niemand von der Initiative "Rettet die Lutherkirche" eingeladen? Warum wurden wir, die mittlerweile von 14.500 BürgerInnen unterstützt werden*, nicht einmal informiert oder angehört, sondern nur ein Gemeindevertreter?" **Jan Krauthäuser** ist empört und fühlt sich außen vor gelassen. Der Initiator diverser Südstadt-Demos für den Erhalt der am 18. Juli offiziell entwidmeten Lutherkirche reagierte in den sozialen Netzwerken auf einen Post von SPD-Mann **Tim Cremer. ** Dieser hatte nach einer Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt zur Zukunft der Lutherkirche bekanntgegeben: "Ein schwarzer Tag für die Lutherkirche. Ich bin noch immer fassungslos! Nur die SPD hat gestern in der BV Innenstadt für den Erhalt dieses einzigartigen Kultur-, Demokratie- und Begegnungsortes gestimmt. Alle anderen Fraktionen haben unseren Antrag abgelehnt, die Lutherkirche mit einer Bebauungsplanänderung und gegebenenfalls einer Veränderungssperre vor vollendeten Tatsachen zu schützen. Wer immer wieder den Erhalt der Initiativen verspricht, muss ihn auch verbindlich sichern. Auch die evangelische Kirche muss ihrer Verantwortung gegenüber dem Gemeinwesen und den Menschen vor Ort gerecht werden.  Ein leider sehr trauriges Kapitel in der Geschichte der Bezirksvertretung Innenstadt."
Doch ist dies die ganze Wahrheit? Es gibt auch Gegenwind für Cremer. **Michael Scheffler **(DIE Linke) konterte in der Kommentarzeile prompt: "Da machst du es dir ein bisschen zu einfach: Der Bezirksvertretung fehlten der aktuelle Stand und relevante Informationen, z.B. Pläne der Ev. Kirche und des Presbyteriums. Ansonsten gilt, dass Bebauungspläne und somit Veränderungssperren auf Ratsebene entschieden werden. Wir alle lieben unsere Lutherkirche, wir schätzen die Inis, wir wissen um den Schatz, den wir da haben. Ich hatte noch vorgeschlagen, das Ganze auf Wiedervorlage zu stellen um dann idealerweise einen gemeinsamen Antrag zu stellen. Aber ihr seid da einfach vorgeprescht, das war jetzt nicht so hilfreich. Sicherlich kriegen wir da zeitnah noch was hin..." Und die CDU? Auf Nachfrage von koeln0221 sagt etwa **Florian Weber:** "Die Entwidmung der Lutherkirche tut weh. Viele in der Südstadt haben hier getauft, getrauert, gefeiert und sich getroffen. Das bleibt. Die Entscheidung der Gemeinde respektieren wir. Weniger Mitglieder und knappe Kassen zwingen zu Schwerpunkten. Für uns zählt jetzt das Veedel: Die Kartäuserkirche bietet Räume des Miteinanders. Am Lutherkirchplatz müssen bezahlbares Seniorenwohnen, Vereinsleben und ein würdiger Umgang mit dem denkmalgeschützten Turm in Einklang gebracht werden. Darüber bleiben wir im Gespräch. Nicht gegen die Kirche. Für die Südstadt."
Pfarrer Herzberg geht zu SPD-Mann auf Distanz
Auch Antoniter-Kirche-Pfarrer **Markus Herzberg** äußerte sich zu Cremer. Es entwickelte sich ein kleiner Schlagabtausch zum Thema Unsachlichkeit. Das Statement: "Du warst ja leider nicht in der Sitzung der Bezirksvertretung, als ich über die Entwicklung des Projekts gesprochen habe. Und alle anderen Parteien haben deswegen überzeugt gegen den Antrag der SPD gestimmt. Schade, dass die SPD auch nicht auf die Idee kommt miteinander zu reden und so mit Unkenntnis der Tatsachen gegen etwas zu sein." Scheint, als seien die letzten Worte in der Cause noch lange nicht gesprochen. . .