Nach langem Leiden: Köln trauert um Fritz Schramma!
Köln | Kölns Alt-Oberbürgermeister Fritz Schramma lebt nicht mehr. Nicht einmal ein Jahr, nachdem er seine Krebs-Leiden öffentlich gemacht hatte, hat er den Kampf gegen die Krankheit verloren. Das wurde der Redaktion aus Kreisen seiner Freunde und Familie bestätigt. Die letzten Stunden seines Lebens hatte er in einem Hospiz verbracht. Am 27. August wäre er 79 Jahre alt geworden.
Schramma war von 2000 bis 2009 hauptamtlicher Oberbürgermeister von Köln. Er war für die CDU angetreten, nachdem Amtsinhaber Harry Blum (CDU) wenige Monate nach seiner Wahl an einem Herzinfarkt überraschend verstorben war. Schramma hatte zuvor als Lehrer und Journalist gearbeitet sowie als ehrenamtlicher Bürgermeister die Stadt repräsentiert. In seiner Amtszeit setzte er sich unter anderem für den Bau der Kölner Groß-Moschee ein und erhielt dafür den Genç-Preis für friedliches Miteinander. Nachdem sein Sohn als unbeteiligter Passant bei einem illegalen Autorennen in der Kölner Innenstadt getötet worden war, gründete er gemeinsam mit seiner Frau Ulla Schramma die „Kölner Opferhilfe“. Für dieses Engagement zeichnete die Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Anne Henk-Hollstein, beide im Jahr 2024 mit dem Rheinlandtaler aus. Im Jahr 2025 verließ er aus Verärgerung über interne Querelen nach gut einem halben Jahrhundert die CDU. Zur selben Zeit verriet er dem damaligen Chefreporter der „Kölnischen Rundschau“, Frank Überall, dass er an Krebs erkrankt sei und stimmte einer Veröffentlichung zu. Mit Überall war Schramma seit Jahrzehnten befreundet.
„Er war ein überaus charmanter und fachkundiger Mensch, mit dem man engagiert diskutieren konnte“, sagte Überall unserer Redaktion: „Es war manchmal nicht einfach, mit den sehr unterschiedlichen Rollen, die wir in der Gesellschaft gespielt haben, klarzukommen. Letztlich ist das aber immer sehr professionell gelungen.“
Sein Nachfolger im Amt, der heutige OB Torsten Burmester, würdigte den Vorgänger: "Mit Fritz Schramma verliert Köln einen ehemaligen Oberbürgermeister, dem die Menschen, die ihm begegneten, abnahmen, dass sein Amt für ihn nie nur ein Beruf, sondern – wie er selbst oft sagte – die Erfüllung eines Traums war. Die Stadt Köln ist Fritz Schramma zu großem Dank verpflichtet. Seine innere Haltung und sein Wirken waren und sind heute noch in vielen Bereichen beispielhaft."
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