Medien-Hammer: DJU kritisiert "Kahlschlag" bei DuMont scharf

Köln | Die Nächsten, bitte. . . Gerade erst hatte Hedwig Neven DuMont ihren 80. Geburtstag gefeiert. Nun die nächste Zäsur im Verlag, den ihr verstorbener Ehemann Alfred Neven DuMont einst zu einer Mediengruppe geformt hatte. Ratsch! "Die Kölner Stadt-Anzeiger Medien stellen zum 1. Oktober 2026 die Produktion ihrer Regionalausgaben grundlegend neu auf", heißt es vom Kölner Verlag am Donnerstag Mittag. Und weiter: "Mit der Umstellung entfallen die Aufgaben, die die Rheinische Redaktionsgemeinschaft (RRG) derzeit erbringt. Sie plant und produziert bislang als eigenständiger Dienstleister ausschließlich die Regionalteile rund um Köln. Diese bisher von der RRG erbrachten Leistungen können weder verlagert noch an anderer Stelle fortgeführt werden. Daher endet die Tätigkeit der RRG zum 30. September 2026, 57 Vollzeitstellen entfallen. Für die digitalen Regio-Teams neu zugeschnittene offene Stellen werden zunächst intern ausgeschrieben." Genau dies kritisiert die Deutsche Journalistinnen. und Journalisten-Union (dju) in einer offiziellen Stellungnahme scharf. „Aus langjährigen Beschäftigten werden Bewerber*innen im eigenen Haus. DuMont lässt 57 tarifgebundene Vollzeitstellen entfallen, sagt aber nicht, wie viele neue journalistische Stellen entstehen, wer übernommen wird und zu welchen Bedingungen. Digitale Transformation darf nicht zur Tarifflucht werden“, so Danica Bensmail, dju-Bundesgeschäftsführerin. Die Begründung für den "Kahlschlag" (dju) bzw. die "Neuaufstellung auch durch den technischen Fortschritt" (DuMont) wird wie folgt gewertet: „Wer 57 Stellen streicht und gleichzeitig auf KI und Automatisierung setzt, muss erklären, wie Journalismus künftig tatsächlich vor Ort entstehen soll“, kommentierte Bensmail. „KI kann Redaktionen unterstützen. Sie darf aber nicht zum Vorwand werden, Personal abzubauen und Arbeit zu verdichten. Hier wird journalistische Qualität gefährdet.“ Bereits Ende Februar hatte sich OB Torsten Burmester "besorgt über Schwächung journalistischer Angebote" gezeigt, als die Redaktion der Rundschau aufgelöst worden war. Im Oktober 2023 war zudem schon das Druckzentrum geschlossen worden, was gar zu einem Persiflage-Wagen auf dem Kölner Rosenmontagszug geführt hatte.