"Klarer Schritt vom Brauchtum weg!": KG-Präsident kündigt Arena-Boykott an

Köln | Es ist ein Schreiben mit Sprengkraft im Kölner Karneval. Die kommunizierte Ankündigung der Macher der "Lachenden Kölnarena" die Auftritte der Traditionskorps quasi zu "entkernen" und einzukürzen, hat unter den kölschen Jecken für Gesprächsstoff und in großen Teilen für Empörung gesorgt. Der Express hatte zuerst darüber berichtet. Es hieß in dem besagten Schreiben: „Wir werden die Korps mit dem Dreigestirn aufziehen lassen, jedoch wird das Korps dann mit dem Dreigestirn die Bühne wieder verlassen. Das heißt, es wird keinen eigenen Auftritt für die Korps mehr geben. Wir bitten hier um Verständnis.“ Man wolle die so frei werdende Zeit als Straffung sehen und den Nachwuchskünstlern schenken. Doch dies stößt manchen sehr auf. . . "Ich habe damit nicht gerechnet. Es gab schon eine Verwunderung, dass keine Termine kamen. Nun dieses Schreiben. Wir machen da nicht mit", stellt Ex-Prinz Michael Gerhold für die Nippeser Bürgerwehr klar und kündigt einen Boykott an. Weiter sagt der Präsident zu Koeln0221 klipp und klar: "Nachwuchs in der Arena - ist das der ganz kluge Schachzug? Ich kann die Argumentation nicht nachvollziehen. So als Staffage sehe ich uns nicht. Der Auftritt ist ja verkürzt, aber es ist ein Kernteil einer Sitzung. Man hätte vielleicht noch mal sprechen können, anstatt uns so per Mail in Kenntnis zu setzen. Es war eine richtig lange Tradition über einige Jahrzehnte. Formate müssen sich der Zeit anpassen, ok, das verstehe ich ja, aber das ist der klare Schritt vom Brauchtum weg!" Redner-Größe Jörg Runge hatte daher eine neue Idee ins Spiel gebracht: Einen reinen Redner-Abend. Dazu sagt Agentur-Profi Gerhold (Agentur Ahrens, betreut u.a. Ingrid Kühne, Bernd Stelter, die Domstürmer uvw.): "Rednerformate funktionieren ja, aber ich bin persönlich kein Freund von Redebeiträgen in riesigen Hallen, da guckt man nur noch auf Bildschirme." Arena-Chef und Tausendsassa Stefan Löcher dagegen sagte uns, man habe über ein solches Format durchaus schon nachgedacht.