"Ganz normale Zivilcourage!": Star DJ sagt für Poldi-Festival ab"
Das möchte keiner: Künstlerinnen und Künstler mundtot zu machen, die für solche Werte einstehen
Hockenheim | Der Nächste, bitte. . . Das gerade gestartete und ausgerechnet so betitelte "Glücksgefühle"-Musikfestival von Markus Krampe und Lukas Podolski auf dem Hockenheimring kommt einfach nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. Nachdem Alphaville die Rolle Rückwärts und Wiedereinladung der Veranstalter für den Auftritt auf der Bühne am Hockenheimring dankend abgesagt hatte (wir berichteten), folgte nun offenbar die nächste Abfuhr fürs Programm beim ausverkauften Festival. Denn: Auch Star-DJ "Beauty & the Beats", der offenbar am Samstag auflegen sollte, wird nach eigener Aussage nicht am Start sein und begründete dies mit einem ausführlichen Statement in den sozialen Netzwerken.
"Ihr habt sicherlich von der Ausladung von Alphaville auf dem Glücksgefühle-Festival gehört. Und auch ich hätte diesen Samstag dort spielen sollen. Das werde ich nach dem letzten Statement des Festivals nicht mehr tun", stellt Jannek Schmitt klar. Und weiter: "Sich für unsere Demokratie, Vielfalt, Menschenrechte und gegen Rechtsextremismus auszusprechen, hat entgegen der Meinung des Festivals nämlich absolut nichts mit Politik zu tun, sondern ist einfach ganz normale Zivilcourage."
Eine schallende Watschn für die scheinbar im Kommunikationschaos steckenden Macher. Weiter sagt er: "Wir alle haben nämlich das Riesenprivileg, in einer freiheitlichen Demokratie zu leben und friedlich miteinander zusammenzuleben in einer Gesellschaft. Und ob das jetzt ein Ehrenamt ist, was ihr übernehmt oder ob ihr im Sportverein tätig seid oder, so wie ich, Musikpartyleute begeistert oder einfach nur still die Privilegien genießt und Steuern zahlt. Wir alle tun etwas dafür, diese Demokratie und dieses friedliche Zusammenleben am Laufen zu halten." [[link:kehrtwende-bei-gluecksgefuehle-veranstalter-zeigen-reue|Kehrtwende kommt zu spät: Peinliche Abfuhr für Poldi und Co.]] Und ich finde, es lohnt sich, das zu erhalten, denn was passiert. Wenn das nicht erhalten bleibt, haben wir in Deutschland schon mal erlebt und ich glaube, das möchte keiner: Künstlerinnen und Künstler mundtot zu machen, die für solche Werte einstehen." Die große Frage jetzt: Solidarisieren sich weitere Acts. . .? Eine Reaktion auf die neuerlichen Absagen steht von Seiten der Veranstaltern aus. Dafür gibt es mehrheitlich heftig negative Kommentare in den sozialen Netzwerken auf das Statement Krampes - einst langjähriger Manager von **Michael Wendler** - am Samstag. Sowie von den meisten Medien. Der renommierte "Mannheimer Morgen" z.B. wertet die Alphaville-Posse als "unglaubliches Eigentor" von Poldi und Co.