FC-Legende! Brasilianer huldigen Wolfgang Overath
Köln | Wolfgang Overath ist und bleibt eine der größten Persönlichkeiten in der Geschichte des 1. FC Köln. Der Mann, den sein Freund Pelé immer wieder als den „besten Mittelfeldspieler der Welt“ bezeichnete, wurde 1974 Weltmeister, 1966 Vizeweltmeister und 1970 WM-Dritter. Seine gesamte Profikarriere verbrachte er beim 1. FC Köln. Dass Overath inzwischen zum Ehrenmitglied des Fanclubs „Santos FC Koeln“ ernannt wurde, hat in Brasilien für Aufmerksamkeit gesorgt. „Wir haben darauf zahlreiche Reaktionen erhalten – unter anderem aus dem Umfeld des Santos FC und von Flávio Prado“, sagt Fanclub-Leiter Uwe Schwarz gegenüber Koeln0221. Und gerade die Geschichte von Flávio Prado ist außergewöhnlich. Prado zählt zu den bekanntesten und erfahrensten Persönlichkeiten des brasilianischen Sportjournalismus. Er begleitete zehn Fußball-Weltmeisterschaften, berichtete aus mehr als 60 Ländern und gehört seit 1990 zu JOVEM PAN. Seine Bewunderung für Wolfgang Overath begann jedoch schon Jahrzehnte früher. Am 15. Januar 1971 spielte der 1. FC Köln im Estádio do Morumbi gegen den São Paulo FC. Unter den 18.312 zahlenden Zuschauern befand sich auch der damals gerade einmal 16 Jahre alte Flávio Prado. Er lebte zu dieser Zeit mit seinen Eltern in einem Randgebiet São Paulos und nahm eine lange Busreise auf sich, um zum Morumbi zu gelangen. Dreimal musste er umsteigen. Sein Ziel war das Stadion. Sein Grund war Wolfgang Overath. Noch heute erinnert sich Prado im persönlichen Gespräch mit Uwe Schwarz sehr genau an diese Reise. Und auch das Spiel selbst war historisch: Beim 2:1 des São Paulo FC gegen den 1. FC Köln wurde die offizielle Flutlichtanlage des Morumbi eingeweiht. 55 Jahre später bekam diese Erinnerung eine ganz neue Bedeutung. JOVEM PAN hat Übertragungsrechte an der Bundesliga und der 2. Bundesliga in Brasilien erworben und begleitet den deutschen Fußball unter anderem mit dem Format „Arena Alemanha – vom Herzen Europas nach Brasilien“. Als das Team für Interviews nach Deutschland reiste, stand deshalb fest: Ein Gespräch mit Wolfgang Overath durfte nicht fehlen. Flávio Prado selbst blieb in São Paulo, verfolgte die Reise und das Interview seines Senders mit seinem Jugendidol jedoch mit großer Aufmerksamkeit. Damit schloss sich auf besondere Weise ein Kreis: 1971 nimmt ein 16-Jähriger eine lange Busreise mit dreimaligem Umsteigen auf sich, um Wolfgang Overath einmal live spielen zu sehen. 55 Jahre später interviewt ein Team seines eigenen Senders genau diesen Wolfgang Overath in Deutschland. Und der Effzeh? Da bleibt die Tür natürlich offen Parallel wurden auch der FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen, der VfB Stuttgart, Borussia Dortmund und der 1. FC Köln für Interviews mit Vereinsgrößen oder Repräsentanten angefragt. Bei Bayern, Leverkusen, Stuttgart und Dortmund konnten die Gespräche problemlos umgesetzt werden. Vom 1. FC Köln, der nach Angaben von Schwarz sogar als erster Verein kontaktiert worden war, steht eine entsprechende Rückmeldung bislang noch aus. Schwarz nimmt es mit Humor. Vielleicht müsse der Effzeh zunächst einige Kapitel seiner eigenen deutsch-brasilianischen Geschichte wiederentdecken und in den eigenen Archiven neu erschließen. Davon gibt es schließlich genug: Pelé und Overath – und auch José Gilson Rodriguez, genannt Zezé, der 1964 für den FC spielte und als erster Brasilianer in der Bundesliga Geschichte schrieb. Aber das ist eine andere Geschichte. Ein weiterer Gewinner steht bereits fest: adidas JOVEM PAN und das Team von Arena Alemanha bedanken sich bei Wolfgang Overath für die unkomplizierte Umsetzung des Interviews und insbesondere für die Herzlichkeit, mit der die brasilianischen Gäste empfangen wurden. Einen durchaus überraschenden Gewinner dieser Geschichte gibt es ebenfalls: adidas. Seit die Geschichte in Brasilien bekannt wurde, erreichen den Fanclub zunehmend Anfragen – insbesondere aus dem Umfeld des Santos FC: Wo kann man eigentlich ein Trikot des 1. FC Köln kaufen? Aus einer historischen Verbindung entsteht Aufmerksamkeit. Aus Aufmerksamkeit entsteht Interesse. Und manchmal wird aus Interesse echte Verbundenheit. Darüber dürften sich sowohl der 1. FC Köln als auch adidas freuen.