EXKLUSIV Herr Overath, Schlüter, Zwei Kölsch: Ist El Mala reif für die 10?
Köln | Nix "Heja BvB!" Südkurve statt Südtribüne: Said El Mala (19) wird nicht zu Borussia Dortmund wechseln. Dies wurde zum Wochenende bekannt. Der kölsche Shootingstar, der in der Vorsaison in einer begrenzten Truppe inklusive Chaos-Coach auf sagenhafte 13 Treffer kam und Begehrlichkeiten auf dem ganzen Kontinent weckte - nicht nur im von den Bayern abgehängten Ruhrpott - könnte nun klubintern vor dem Ritterschlag stehen. Kann El Mala die 10? Es ist eine magische Nummer und kein Rotz. Wolfgang Overath trug sie, Heinz Flohe, Pierre Littbarski. Eben nur die ganz Großen. Sie ist beim FC eben drum eine tragische Nummer! Denn ihr Glanz verblasste mit den glorreichen Zeiten der 80er und 90er. Zweitliga-Mozart Thomas Broich? Ok, na bitte. Podolski? Der gebürtige Pole und Bergheimer stieg mit ihr auf dem Rücken (mehrmals) ab. "Pat" Helmes - geschenkt. Die Bürde schien wegen absurder Versprechen von Witz-Präsidien und neidischer Sportdirektoren der Vergangenheit lange zu groß. Bis jetzt? Denn nicht wenige Anhänger wünschen sich Ausnahme-Könner Said El Mala als neue Nummer 10 des 1. FC Köln. "Said El Mala, die neue Nummer 10 des 1. FC Köln! So langsam kehrt der alte Stolz zurück", sagt Fan-Tribun Martin Schlüter zu Koeln0221, "Thomas Kessler ist konsequent. Wir bilden Talente aus. Wir haben künftige Weltstars, die wir halten können. Und von all dem, was er verkörpert, inklusive, dass er jetzt nicht versucht hat, zum BVB zu streiken, ist es mehr als würdig und fair, eine neue große Zeit im 1. FC Köln einzuläuten. Und was wäre besser als mit der verdienten Nummer 10, die ja schon auch Wolfgang Overath, Littbarski voller Stolz getragen hat?" Der erfolgreiche Podcaster ("Dreierkette Köln"), der jüngst im beliebten "Haus Unkelbach" mit OB Torsten Burmester, Kultrocker Stephan Brings und Sportausschuss-Chef Oliver Seeck fachsimpelnd begeisterte, sagt weiter: "Ich finde, es ist an der Zeit, die nun wieder zu vergeben und eine neue glorreiche Zeit mit diesem sympathischen, einwandfrei charakterlich und vor allem auch sportlich, voller Ambitionen, wunderbaren jungen Fußballer einzuläuten. Natürlich ist er Außenstürmer und kein Mittelfeldspieler, aber die Nummer 10 ist Köln, etwas ganz Besonderes und er hat sie mehr als verdient." Wir fragen weiter. Bei Zwei Kölsch nach. Contra, Herr Schlüter! "Dass die Nr. 10 beim FC so lange in der Mottenkiste lag, ist ein völliges Unding", Dieses Trikot muss auf den Platz und es sollte endlich wieder an einen Spieler vergeben werden, der es mit Leben füllt und als Führungspersönlichkeit mit starker technischer Expertise auch zurecht trägt", finden Michael Wurzer und Thomas Lambertz, die ihr Herz bekanntermaßen ebenso wie Martin unbestechlichst auf der Brust wie auf der Zunge tragen, "Wir sollten nicht auf den nächsten Messias warten, sondern das Trikot an denjenigen geben, der unsere Mannschaft auf den Platz führt und als Spielmacher das Heft in die Hand nimmt. Er sollte langfristig an den FC gebunden sein und keine Wechselinteressen verfolgen. Said El Mala ist ein begnadeter Kicker, aber kein Zehner. Dazu ist ja immer noch offen, ob er überhaupt im Verein bleibt. Vielleicht bin ich da altmodisch - aber die 10 sollte ein Zentrumspieler bekommen, der technisch überragend ist und als richtiger Spielmacher vorangeht", so Wurzer. Doch kommen wir zum Grande, der den FC durch die glückseligsten Zeiten trug. Kölns Ober-Weltmeister von 1974, Wolfgang Overath (in der Nationalelf meist mit der 12 auf dem Rücken, im Klub die 10): "Zunächst", so einer der größten deutschen Fußballspieler der Geschichte neben Kaiser Franz Beckenbauer und Gerd Müller zu Koeln0221, "freue ich mich, wenn er bleibt. Für unseren Klub und den Spieler. Noch ein Jahr. Danach, wenn es so kommt, ist er doch noch wertvoller." Aber Wolf, was ist mit der 10? "Lock mich auf kein Glatteis, Bua. Wenn er sie tragen möchte, trägt er sie. Eine Szene ist mir in Erinnerung geblieben: Wie er in München den international gestandenen Verteidigern weggelaufen ist und das Ding reingehauen hat. Das machen nur ganz, ganz wenige." Grande.