Ein süßes Stück Köln – Das Schokoladenmuseum am Rhein
Köln | Es duftet nach Schokolade, während sich Besucher durch die Ausstellung bewegen. Nur wenige Schritte weiter fließt flüssige Schokolade durch einen großen Brunnen. Was zunächst nach einem Paradies für Naschkatzen klingt, ist gleichzeitig ein Museum über Geschichte, Kultur, Landwirtschaft und moderne Produktion: das Schokoladenmuseum Köln. Direkt am Rhein, am Rand der Kölner Altstadt, steht das Museum seit mehr als drei Jahrzehnten. Eröffnet wurde es am 31. Oktober 1993. Heute gehört es zu den bekanntesten kulturellen Einrichtungen der Stadt. Nach Angaben des Museums kommen jährlich mehr als 700.000 Besucherinnen und Besucher.
Die Geschichte des Hauses beginnt mit einem Zufall. Der Kölner Unternehmer und Schokoladenfabrikant Hans Imhoff übernahm 1972 die Stollwerck-Fabrik in der Kölner Südstadt. Einige Jahre später entdeckte er beim Umzug des Unternehmens alte Maschinen, Verpackungen, Akten und weitere Gegenstände, die eigentlich entsorgt werden sollten. Imhoff erkannte darin einen historischen Wert. Er ließ die Fundstücke aufarbeiten und begann, weitere Objekte zur Geschichte von Kakao und Schokolade zu sammeln. Aus dieser Sammlung entstand schließlich die Idee für ein eigenes Museum. Ein erster großer Test folgte 1989. Zum 150-jährigen Bestehen von Stollwerck wurde im Kölner Gürzenich eine Ausstellung mit Teilen von Imhoffs Sammlung gezeigt. Die Resonanz war enorm: Innerhalb von sechs Wochen kamen mehr als 320.000 Menschen. Damit war klar, dass das Interesse an einem Schokoladenmuseum groß war. Ein historischer Hafen wird zum Museumsstandort. Der passende Ort wurde Anfang der 1990er-Jahre gefunden. Im Rheinauhafen entdeckte Gerburg Klara Imhoff, die Ehefrau des Museumsgründers, das ehemalige Hauptzollamt. Das historische Gebäude wurde in den Museumskomplex integriert und mit einem modernen Neubau aus Glas und Stahl verbunden.
Die Bauarbeiten begannen im Oktober 1992. Trotz der anspruchsvollen Verbindung von historischem Bestand und moderner Architektur wurde das Museum innerhalb von nur 13 Monaten fertiggestellt. Am 31. Oktober 1993 öffnete es seine Türen. Die Kosten von 53 Millionen D-Mark finanzierte Hans Imhoff nach Angaben des Museums aus eigener Tasche. Heute bildet die Kombination aus altem Zollamt und moderner Architektur einen besonderen Blickfang am Rhein. Das Gebäude erinnert daran, dass der Rheinauhafen lange Zeit ein wichtiger Hafen- und Handelsstandort war. Wer das Museum betritt, begibt sich nicht einfach auf die Suche nach der nächsten Tafel Schokolade. Die Ausstellung führt weit zurück in die Vergangenheit. Auf drei Ebenen wird die rund 5.000-jährige Kulturgeschichte von Kakao und Schokolade dargestellt – von den Ursprüngen in Altamerika bis zur heutigen Schokoladenproduktion. Museen der Stadt Köln. Dabei wird deutlich, dass Kakao lange vor der Erfindung unserer heutigen Schokoladentafeln eine wichtige Rolle spielte. Verschiedene Kulturen Mittelamerikas kannten die Kakaobohne und verwendeten sie unter anderem für Getränke. Später gelangte Kakao nach Europa. Aus dem zunächst kostbaren und vor allem wohlhabenden Gesellschaftsschichten vorbehaltenen Produkt entwickelte sich mit der Zeit ein Lebensmittel, das heute weltweit verbreitet ist.
Eine Reise zur Geschichte des Kakaos
Zu den bekanntesten Attraktionen des Schokoladenmuseums Köln gehört der große Schokoladenbrunnen. Rund 200 Kilogramm flüssige Schokolade fließen dort ständig durch den Brunnen. Besucher können die warme Schokolade direkt probieren – ein besonderes Erlebnis, vor allem für Kinder. Im Tropenhaus können Besucher sehen, unter welchen Bedingungen der Kakaobaum wächst. Bei tropischen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit werden dort Kakaobäume und andere tropische Pflanzen gezeigt. So wird anschaulich vermittelt, wo die Kakaofrucht herkommt und wie die Reise von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade beginnt. Dabei können Besucher die Pflanzen aus nächster Nähe betrachten und mehr über den Anbau und die Herkunft des Kakaos erfahren.