Dormagen-Mord: Verfahren eingestellt - das sagt Yosefs (†14) Familie
Wir haben weiterhin viele Fragen und wünschen uns eine umfassende Aufklärung der Geschehnisse.
Dormagen | "Wahnsinn!" So kommentiert die Familie des im Februar getöteten Realschülers Yosef (†14) die Nachricht, dass das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf eingestellt worden ist. Der Ksta berichtete zuerst. Demnach sei der zwölfjährige Täter schuldunfähig – könne also nicht strafrechtlich verurteilt werden, etwa zu einer Gefängnisstrafe. Die noch immer traumatisierten Angehörigen Yosefs nahmen die Nachricht zum Anlass einer öffentlichen Stellungnahme am Donnerstagmorgen. "Wir nehmen die Entscheidung, das Ermittlungsverfahren einzustellen, mit großem Unverständnis zur Kenntnis", heißt es.
Und weiter: "Uns ist bewusst, dass der mutmaßliche Täter zum Zeitpunkt der Tat zwölf Jahre alt war und nach deutschem Recht deshalb strafunmündig ist. Wir respektieren die gesetzlichen Bestimmungen zur Strafmündigkeit. Gleichzeitig dürfen diese rechtlichen Voraussetzungen nicht darüber hinwegtäuschen, was geschehen ist: Unser Yosef wurde gewaltsam aus dem Leben gerissen. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen gehen die Behörden davon aus, dass der damals Zwölfjährige für seinen Tod verantwortlich ist und dass Yosef gezielt in eine Situation gebracht wurde, die zu seinem Tod führte.
Für uns als Familie ist es deshalb schwer hinzunehmen, dass das Verfahren nun beendet wird. Wir haben weiterhin viele Fragen und wünschen uns eine umfassende Aufklärung der Geschehnisse. Wir werden uns deshalb weiterhin dafür einsetzen, dass der Fall nicht in Vergessenheit gerät und alle rechtlich möglichen Wege ausgeschöpft werden. Es geht uns dabei nicht um Vergeltung. Es geht uns um Aufklärung, Verantwortung und darum, dass das Leben und der Tod unseres Yosef nicht einfach zu den Akten gelegt werden. Wir werden weiter für ihn einstehen und nicht aufhören, nach Antworten zu suchen. Yosef bleibt unvergessen✨"