Cologne History: So entstanden die Kranhäuser

Köln | Die Kranhäuser in Köln – Wahrzeichen des modernen Rheinufers! Wer an Köln denkt, hat meist den Dom, die Hohenzollernbrücke oder den Rhein vor Augen. Doch seit einigen Jahren prägt ein weiteres Bauensemble das Stadtbild: die drei Kranhäuser im Rheinauhafen. Mit ihrer außergewöhnlichen Form gehören sie zu den markantesten modernen Bauwerken Kölns und sind längst zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.

Vom alten Hafen zum modernen Stadtquartier

Die Kranhäuser stehen im Rheinauhafen, südlich der Kölner Altstadt. Das rund 250.000 Quadratmeter große ehemalige Hafengelände wurde seit Ende der 1990er-Jahre grundlegend umgestaltet. Aus einem früher vor allem vom Güterumschlag geprägten Hafengebiet entstand ein modernes Viertel mit Wohnungen, Büros, Geschäften, Gastronomie und kulturellen Einrichtungen. Dabei wurde bewusst versucht, die Geschichte des Ortes mit moderner Architektur zu verbinden. Historische Gebäude und ehemalige Lagerhallen treffen auf zeitgenössische Bauten. Besonders deutlich wird dieser Gegensatz bei den Kranhäusern: Während in ihrer Umgebung noch Spuren des alten Hafens zu erkennen sind, wirken die drei Gebäude wie eine futuristische Interpretation der früheren Hafenkräne.

Ihren Namen verdanken die Gebäude ihrer charakteristischen Form. Die oberen Gebäudeteile ragen weit über den jeweiligen Gebäudekern hinaus und erinnern dadurch an die Ausleger großer Hafenkräne. Die Kranhäuser sind etwa 61 Meter hoch und rund 70 Meter lang. Durch ihre markante Konstruktion scheinen sie förmlich über dem Rheinauhafen zu schweben. Architektonisch knüpft der Entwurf an die Idee der sogenannten „Wolkenbügel“ des russischen Künstlers und Architekten El Lissitzky aus den 1920er-Jahren an. Der Entwurf für den Kölner Rheinauhafen entstand im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs Anfang der 1990er-Jahre. Beteiligt waren unter anderem die Architekten Hadi Teherani und Alfons Linster - die endgültige Planung wurde von BRT Bothe Richter Teherani geprägt. Interessant ist, dass zwischen dem ersten Entwurf und der tatsächlichen Umsetzung viele Jahre lagen. Erst 2006 begann der Bau des ersten Kranhauses. Das Ensemble wurde schließlich 2010 mit der Fertigstellung des nördlichen Gebäudes komplettiert.

Obwohl die drei Kranhäuser auf den ersten Blick wie ein zusammengehöriges Ensemble wirken, erfüllen sie unterschiedliche Funktionen. Das mittlere Gebäude, Kranhaus 1, ist ein Bürogebäude. Es wurde zwischen 2006 und 2008 errichtet und verfügt über rund 16.000 Quadratmeter Bürofläche. Seine großzügigen, flexibel gestaltbaren Etagen machen es zu einem wichtigen Bürostandort im Rheinauhafen. Für seine Architektur erhielt das Gebäude 2009 sogar den renommierten MIPIM-Award. Das südliche Kranhaus wird ebenfalls überwiegend gewerblich genutzt. Das nördliche Kranhaus unterscheidet sich dagegen deutlich von seinen beiden Nachbarn: Es wurde als Wohngebäude konzipiert. Die aus der Fassade hervortretenden Balkone verleihen ihm ein anderes Erscheinungsbild. Insgesamt entstanden dort 133 Eigentumswohnungen. Zusammen verfügen die drei Gebäude über rund 47.500 Quadratmeter Nutz- und Wohnfläche.