Alphaville-Eklat bei Poldi-Festival: Sebus und Brings reagieren!

Niemand sollte einem Künstler auf der Bühne vorsorglich vorschreiben, was er zu denken oder zu sagen hat

Köln | Eine Ausladung mit Folgen! Dass die Macher des "Glücksgefühle"-Festivals auf dem Hockenheimring kurz vor dessen Beginn die Band "Alphaville" wegen der Sorge vor möglichen politischen Äußerungen aus dem Programm nahmen, sorgt im deutschsprachigen Raum für Wirbel. Und Gegenwind. Wie (un-)politisch darf ein solches Musikfestival, das von Markus Krampe (Ex-Manager von Michael Wendler) und Lukas Podolski aus der Taufe gehoben wurde, sein? [[link:ratsherr-im-zwielicht-jetzt-spricht-campione|Ratsherr im Zwielicht: Jetzt spricht Campione!]] Nachdem die Toten Hosen auf ihre Weise ein Zeichen gesetzt und Alphaville beim Konzert in Münster am Mittwochabend demonstrativ auf die Bühne geholt hatten, folgten dann am Donnerstag neben heftigen Kommentaren in den sozialen Netzwerken auch Reaktionen im O-Ton aus Köln. Grandseigneur** Ludwig Sebus**, der als Jahrhundert-Kölner alles erlebt hat und in wenigen Tagen selige 101 Jahre alt wird, sagt zu Koeln0221: "Ich bin ein Mann der Freiheit. Niemand sollte einem Künstler auf der Bühne vorsorglich vorschreiben, was er zu denken oder zu sagen hat. Das hätte man nach meinem Dafürhalten weit im Vorfeld besprechen und klären müssen."

Zuvor war ein weiterer bekannter Protagonist bereits zum Festival auf Distanz gegangen. Denn: Ausgerechnet im "Kölner Stadt-Anzeiger" ließ sich Sänger **Peter Brings** wie folgt zitieren: „Wenn wir in diesem Jahr gebucht gewesen wären, würden wir nicht mehr auftreten. Jeder ist im Moment wichtig, der klarstellt, dass er Antifaschist ist. Wem es nicht passt, dass Teile seines Publikums das vielleicht nicht hören wollen, dem geht es nur um die Kohle.“ Und weiter laut "Ksta": "Wenn wir den Mund aufmachen, wird oft im Saal gepfiffen. Aber wir sind jetzt an dem Punkt, wo keiner mehr schweigen darf.“ [[link:gaensehaut-auf-colombinen-gala-dieser-moment-ruehrte-alle|"Gänsehaut" auf Colombinen-Gala: DIESER Moment rührte alle ]] Zu Ex-Kicker Lukas Podolski, mit dem die Band einst "Kölscher Jung" im Clip veröffentlichte, sagte er demnach: „Ich mag den Lukas. Er ist in Polen geboren und in Deutschland mit offenen Armen empfangen worden. Da sollte er mal überdenken, was da gerade bei seiner Veranstaltung passiert.“

Das letzte Wort in der Sache scheint indes nicht gesprochen. Auf unsere Nachfrage zu einem aktuellen Statement sagt Glücksgefühle-Einsteiger und Top-Unternehmer **Wilke Stroman**: "Wir arbeiten dran:" Zuletzt (Stand Donnerstag: 13.45 Uhr) postete man allerdings nur, wie man "cashless" auf dem Gelände zahlen kann.